Influencer-Lektion Nr. 2

Ihr Lieben, da bin ich wieder mit guten Tipps und Ratschlägen, die Ihr Euch auf keinen Fall entgehen lassen dürft. Heute geht es ums Thema Essen, das ausnahmslos allen von uns am Herzen liegt.

Wir beginnen morgens beim ersten Spaziergang damit, besonders anhänglich zu sein. Ich empfehle die Übung „bei Fuß“ und alle paar Schritte spürbaren Körperkontakt zu demjenigen, den ihr spazieren führt. Derart braves, regelrecht vorbildliches Verhalten wird ganz sicher mit einem Leckerchen (ich bevorzuge Entenstreifen) belohnt. Immer wieder mal stupsen, oder auch zwei Schritte schneller gehen, dann sofort vor dem anderen Leinenende „sitz“ vorführen und schon klappt das mit den Extraportionen bis sämtliche Taschen leer sind.

Zu Hause wartet garantiert das gleiche langweilige Futter wie immer, womöglich auch noch Trockenfutter. Nun empfehle ich, davon deutlich Abstand zu halten und geduldig darauf zu warten, dass dies Beachtung findet. Die Position zum Napf darf gewechselt werden, der Abstand muss jedoch weiterhin gewahrt bleiben. Wer es dann noch schafft, seinen Kopf leicht schräg zu halten und traurig auszusehen, der hat schon gewonnen!

Den Beweis trete ich auf beigefügten Fotos an, denn aus meinem Trockenfutter wurde im Handumdrehen Reis mit Rindfleisch.

Das war’s für heute und Ihr dürft sicher sein, dass auch die nächste Lektion wieder genauso hilfreich sein wird getreu meinem Motto „Nicht verzagen – Influencer Buddy fragen“.

Arbeitskontrolle

Es wird Zeit, dass ich meine Pflichten wieder erfülle, auch wenn es mir nur langsam gelingt, denn die anhaltende Wärme macht mir zusätzlich zu schaffen. In dieser Phase der Wiedereingliederung habe ich beschlossen, mich zuerst um den Wald zu kümmern – das wichtigste Resort für meine Artgenossen und mich.

Karl war fleißig dabei Holz aufzuladen, hat aber mit seinem Transporter den ganzen Weg blockiert. Sehr nett und verständnisvoll hat er sich beeilt und sich mit Lichthupe verabschiedet, als er uns auf dem Rückweg fast eingeholt hatte, bevor wir in die Kaiser-Nero-Allee eingebogen sind. Jetzt können wir wieder ungehindert flanieren, und Samy muss sich nicht mehr lautstark aufregen, weil seiner Meinung nach keinerlei Fahrzeuge im Wald sein dürften.

Schonkost im Bett

Immer noch geschwächt von der Krankheit, serviert mir das Zimmermädchen die Schonkost im Bett zwischen meinen Pfoten. Ochsenschwanz steht für morgen auf dem Speiseplan, ließ mir die Köchin ausrichten, außerdem noch Fleischsuppe mit Reis.

Diese Rundum-Betreuung ist zwar angenehm, aber ich möchte viel lieber draußen nach dem Rechten sehen, als hier auf der faulen Haut zu liegen. Dafür würde ich sogar, wenn auch schweren Herzens, eine ganze Woche auf Entenstreifen verzichten.

Vitamin A, B, D, E sowie Jod, Eisen und Mangan. Klingt gewöhnungsbedürftig, schmeckt mir aber sehr gut.

Löffelchenstellung

Vorlieben ändern sich und manchmal wird auch aus der Not eine Tugend. Yvi ist übers Wochenende verreist, Frieda ist meilenweit weg, Lotte nervt. Mit wem bitteschön soll ich liebevoll kuscheln? Da kam mir doch der Dino gerade recht!

Nun aber keine weiteren Störungen – ich genieße den sonnigen Sonntag auf meine Weise und träume davon, wie ich meine Frauen noch besser verwöhnen kann. Nicht mit Entenstreifen (wer hat falsch geraten?), sondern auf eine ganz besondere Art. Vielleicht schon morgen!

Auf die Veröffentlichung weiterer Detail habe ich verzichtet.

Hellseher im Mittelpunkt

Ich wusste es! Und genau so ist es eingetroffen – heute Nacht überlege ich, wie ich meine neue Karriere als Hellseher starten kann. Sicher wird dies ein gewinnbringendes Geschäft – vor allem einträglich, was meine heiß geliebten Entenstreifen betrifft.

Also es war so: Heute kam jemand zu Besuch, überreichte der Chefin meiner Residenz ein großes Paket, das überflüssiger Weise in ganz viel buntes Papier eingewickelt war. Wenn ich recht verstanden habe, wurde sie auf etwas „Leckeres“ vorbereitet.

Als es endlich ausgewickelt war, kam ein quietschender Dino zum Vorschein und jede Menge Lammlunge, Lachskekse, Wildschweinhäppchen und Hirschkonfekt. Ich durfte mitfeiern und habe mich riesig gefreut, obwohl ich diese köstlichen Delikatessen nicht alle auf einmal essen durfte. Warum eigentlich nicht?

Ach, ganz egal. Die Hauptsache ist doch, dass ich im Mittelpunkt stand, genau so wie ich es am 16. April bereits vorhergesehen habe!

Freitagsmüdigkeit

Wann ist Wochenende? Nachdem diese Frage ausführlich und detailliert geklärt werden konnte, zog ich mich wieder aus der offenen Tür zurück auf mein Steppengras. Ich will für die arbeitsfreie Zeit gut ausgeschlafen sein und habe noch einiges aufzuholen. Die Krankheit hat mich ziemlich geschlaucht.

Schnell noch ein ganz liebes Dankeschön für die viele Fanpost, die bei mir eingetroffen ist – sogar mit einem heimlichen Knutscher nebst Augenaufschlag. Sobald ich wieder auf dem Posten bin, setze ich meine Influencer-Serie fort. Versprochen!

Kontakt-Tagebuch

Während ich so tue, als ob ich noch kranke wäre und mich weiterhin rundum betüdeln lasse, habe ich viel Zeit über irgendwelchen Unsinn nachzudenken wie diesen beispielsweise: Nicht nur in Bayern, sondern überall soll ein Kontakt-Tagebuch geschrieben werden.

Gelegentlich bin ich in meinen Blog-Berichten schon darauf eingegangen, fand es aber insgesamt ein bisschen mühsam und stieß darüber hinaus auf ein grundsätzliches Problem: Was mache ich, wenn ich den Namen eines potentiellen Kontakts nicht kenne? Fragen?

Von wem auch immer die Idee stammte, der sitzt garantiert den ganzen Tag in seinem Home-Office, oder vielleicht abgeschottet von der Umwelt in einem Labor. Sonst wüsste er, dass es wenig Sinn macht zu notieren „Fensterbankwächter, 1. Stock, Aerosole von oben rechts“ und „Balkonverteidiger, Aerosole von oben links“.

Bevor ich dieses Thema ad acta lege, wüsste ich viel zu gerne, wie derjenige Ideengeber sein eigenes Tagebuch führt. Dafür würde ich sogar einen ganzen Entenstreifen spendieren.

politische Diät

Ob die schwarze Creme tatsächlich zu einer politischen Diät gehört, weiß ich nicht. Vielleicht ist das nur ein ein bajuwarischer Scherz, allerdings schmeckt sie gut und hilft mir, wieder gesund zu werden.

Seit gestern, ganz genau seit 02:26 in der Früh, beuteln mich gemeine Parasiten, die bei vielen meiner Artgenossen ihr Unwesen treiben. Kleopatra, die neue Tierarzthelferin, hat erzählt, dass die Krankheit in der Hundeschule grassiert und sogar sie selbst davon betroffen ist.

Dann gab es noch einen Pieks vom Doktor und eine Empfehlung, was mir in den nächsten Tagen serviert werden soll: Suppenhuhn, Reis und Kartoffelbrei. Ich bin begeistert! So hat auch eine lästige Krankheit etwas Gutes, obwohl ich natürlich Entenstreifen bevorzuge.

Huminsäuren und Almasilat

Bayerns Sackgasse

Nach annähernd zehn Monaten im Exil (meine Zwangsumsiedlung nach Bayern fand am 20. November 2019 statt), glaubte ich, meine neue Heimat hinreichend zu kennen. Vom besten Highway über alle möglichen Prachtstraßen bis zum kleinsten Rehpfädchen schien mir Bayern vertraut und ich begann beinahe schon, dieses Land zu mögen.

Gestern wurde ich eines besseren belehrt.

Mir wurde ein Weg aufgezeigt, der ideal zu sein schien, praktisch und vielversprechend. Vertrauensvoll ließ ich mich leiten, immer in der Hoffnung auf ein neues, lohnendes Ziel. Dabei war es nur eine Mogelpackung.

Wenn ich wenigstens im Nirwana gelandet wäre – dort wollte ich schon immer mal hin – aber nein, es war eine Sackgasse. Ab sofort werde ich auf der Hut sein und mich nicht erneut in die Irre führen zu lassen. Wer weiß, was hier noch im Argen liegt, wenn schon der Straßenbau derart zu wünschen übrig lässt.

Bankenschutz

Warum jemand unbedingt einen Schirm braucht, ist mir von jeher schleierhaft. Naturgewalten zu genießen, ihnen vom Kopf bis zu den Pfoten ausgesetzt zu sein, bereitet spätestens bei der Rückkehr ins Trockene, auf einen warmen Platz doppelte Freude.

Ein Rettungsschirm – der auch schon für Banken eingeführt wurde – klingt nach einem Kokon, der schrecklich einengend sein muss. Freude kommt da bestimmt keine auf.

Da lob‘ ich mir den Schutz dieser Bank mit luftigem Tüchlein und kann mir gut vorstellen, dass es Mode wird, schutzbedürftige Stellen zu bedecken. Ob es jedoch die richtigen Stellen sind, bleibt abzuwarten.

Influencer-Lektion Nr. 1

Bei Federkissen handelt es sich definitiv um Beutetiere und vom Bettenmachen verstehe ich mehr als jeder andere meiner Art.

Da wir alle voneinander lernen können, beginne ich heute mit der ersten Lektion als Influencer, gehe aber gleich einen Schritt weiter, um die tiefenpsychologische Wirksamkeit gezielter Maßnahmen zu verdeutlichen.

Geht mit offenen Augen durch Eure Welt und nutzt Eure Phantasie: Es muss nicht immer ein Kissen oder eine Decke sein, Pantoffeln können sich ebenfalls als Unterlage eignen. Nun gehen wir noch einen Schritt weiter: nehmt einen Pumps (Vorsicht, nicht verkratzen oder daran nagen!), legt Eure Pfote oder Euer Bein darauf; der Schuh muss aber noch gut erkennbar bleiben. Nun stellt Ihr Euch schlafend.

Der zu erwartende Aufruhr darf Euch keinesfalls verleiten, den Kopf zu heben – Ihr schlummert! Vorsichtigen Versuchen, den Schuh aus Eurer Obhut zu befreien, begegnet ihr mit unmerklich festerem Anpressdruck und Ihr dürft sicher sein, keiner will Euch wirklich stören, während die Nervosität der Schuhbesitzerin steigt.

Jetzt dauert es nicht mehr lang, bis Eure Nase den köstlichen Geruch von Entenstreifen wahrnimmt und Ihr mit feinen Leckerbissen geweckt werdet. Denn abruptes Wecken würde uns Vierbeiner traumatisieren und nur eine sanfte Methode ist die richtige. Das wissen unsere Assistenten und weil wir clever sind, machen wir uns dies zu nutze!

So meine Lieben, das war die erste Lektion, der viele weitere folgen sollen getreu dem Motto „Nicht verzagen – Influencer Buddy fragen“.

Diese Pantoffeln gehören mir!

Langschläfer*in

Mir gehört die Welt, wenn ich frühmorgens den ganzen Wald für mich alleine habe. Diesen Genuss gönne ich mir täglich vor dem Frühstück, auch wenn es um diese Zeit noch ein bisschen einsam ist. Heute traf ich wenigstens einen gelangweilten Sperling, der keine große Lust hatte, vor mir wegzufliegen.

Yvi dagegen bevorzugt es, lange zu schlafen. Ihr warmes Bett übt morgens eine besondere Magnetfunktion aus, der sie sich nicht entziehen kann. Außerdem wäre sie keine echte Dame, wenn sie dann nicht unsäglich viel Zeit im Bad verbringen und das Haus nie ungeschminkt verlassen würde.

Heute habe ich Yvi wenigstens am Waldrand getroffen, als ich schon wieder auf dem Rückweg war. Noch eine zweite Laufrunde kam aber für mich nicht in Frage, denn – Liebe hin oder her – freitags gibt es Fisch und damit beginnt meine Residenzköchin schon morgens. Auf mich wartete feinster Lachstatar und dafür lasse ich sogar meine Angebetete stehen.

Elefantensafari

Ein Abenteuer der Extraklasse war mir versprochen worden. Ein Rundweg voller Überraschungen sollte es werden, unvergesslich und spektakulär. Diese vollmundige Versprechung erinnerte mich gleich an Werbung, die nicht hält, was sie verspricht. Entsprechend skeptisch bereitete ich mich auf den Ausflug vor.

Die erste Lüge betraf die angebliche Artenvielfalt, der wir begegnen würden. Es handelte sich um eine einzige Spitzmaus, die über den Weg flitzte, als ob Nachbars Katze hinter ihr her wäre. Wenigstens dies hätte den Tatbestand einer Safari erfüllt.

Was die angekündigten Elefanten betrifft, nun ja, weder von links, noch von rechts konnte ich einen sehen. Riechen oder hören hätte mir sogar gereicht, aber das war eine Pleite auf der ganzen Linie. Am schlimmsten fand ich jedoch, dass es unterwegs kein Picknick gab: keine Entenstreifen! Es wird Zeit zu klären, an wen ich diesbezügliche Beschwerden richten kann.

Ausdauertraining

Laufen ist mehr als nur Sport, denn es erfordert hohe Konzentration, Ehrgeiz und vor allem Ausdauer. Konsequent ziehe ich mein Trainingsprogramm dreimal täglich durch, wobei mir keine Distanz zu weit ist. Bei kurzen, schnellen Läufen bin ich bereits unschlagbar. Die absolviere ich besonders gerne mit einem lohnenden Ziel vor Augen.

Wer sich richtig ernährt (Entenstreifen nicht vergessen!), nicht auf das Stretching vergisst und genug schläft, schafft auch längere Entfernungen. Mindestens genauso wichtig ist mentales Training, das ich in all meinen Ruhephasen erfolgreich praktiziere. Verschiedene Laufbewegungen lassen sich dabei sogar bequem im Liegen ausführen.

Als Platzhirsch muss ich meinem guten Ruf gerecht bleiben! Nur dann habe ich weiterhin so viele Chancen bei den Damen und bekomme auch in Zukunft heimliche Küsschen von meiner Fernbeziehung Frieda.

Platzhirsch

Gestern kam eine sms von Yvi auf mein Handy. Endlich ein Lebenszeichen! Sie kündigte ihre damit ihre baldige Ankunft an. Am liebsten würde ich alle Welt wissen lassen, was sie geschrieben hat, aber ich verzichte darauf. Nicht wegen Datenschutz, sondern wegen der intimen Details – der Kavalier genießt und schweigt.

Sie hat mich Platzhirsch genannt.

Meine herzallerliebste Favoritin hat also während ihres Urlaubs erkannt, dass mich kein anderer an Attraktivität, Charme, Zuverlässigkeit, Loyalität und Esprit überbieten kann.

Ihr erster Weg führte sie zu mir. Wir hatten uns viel zu erzählen und sie versprach mir, nie mehr so lang wegzubleiben, weil sie sonst Angst hätte, mich an eine andere Hundedame zu verlieren.

Mit Yvi an meiner Seite ist meine Welt wieder in Ordnung!
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