Zum Glück gibt es schier unendlich viele nette Weggefährten, die mich einen durchgeknallten Schäferhund schnell wieder vergessen lassen. Die meisten hübschen Miezen gehören dazu, denn ich wurde bisher nur einmal angefaucht.
Sitzheizung für Samtpfoten, speziell von der Autoindustrie entwickelt.
Wenn ich Katze wäre und zu Freigang verpflichtet wäre, weil ich als Mäusejäger ein bestimmtes Kontingent an Nagern abzuliefern hätte, würde ich in der warmen Jahreszeit die doppelte Menge fangen. Dann könnte ich im Winter die zarten Sonnenstrahlen von oben genießen, während ich mich nicht von der Stelle rühre, so lange die Sitzheizung auf der Motorhaube funktioniert. Genau so, wie es diese attraktive Nachbarin vormacht.
Auf dem Waldweg war weit und breit keine Hundeseele zu sehen, also durfte ich frei laufen. Wie schön!
Wenn ich gerufen werde, komme ich gerne zurück an die Leine.
Dann kam Samy, mit dem ich normalerweise Leinenverknotung spiele. Heute habe ich ihn ganz stressfrei begrüßt und umrundet. Dann habe ich einer schüchternen Hundedame guten Morgen gesagt und wie es das Schicksal wollte, kam auch noch ein Schäferhund. Den sehe ich beinahe täglich, aber der muss immer den Hang hinauflaufen und dort Platz nehmen, wenn ihm jemand begegnet.
Sein Besitzer hatte vor zwei Tagen gelästert, ich würde wohl nicht hören und müsste deshalb angeleint laufen. Natürlich ist dem nicht so. Ich höre sehr gut und komme auch auf Zuruf. Doch heute wollte ich dem Schäferhund guten Tag sagen, weil der mitten auf dem Weg saß – nicht oben im Wald.
Ich lief schnurgerade auf Hund und Herrn zu, sah mich aber keiner großen Sympathie gegenüber, so dass ich etwa zwei-drei Meter vorher nach links auswich und einen großen Bogen um die beiden lief. Als ich vorbei war und in ungefähr vier Metern Abstand vor einem Holzstoß auf meine Gassigängerin wartete, sprintete der Schäferhund los.
Mit wenigen Sätzen hatte er meine Begleiterin erreicht und verbiss sich in ihrer Jacke, dann in ihrer Hose. Dem Himmel sei Dank, dass Winter ist, im Sommer wäre Blut geflossen. Der Besitzer des Schäferhundes schien keine Anstalten machen zu wollen, seine Bestie zu bändigen.
Ergebnis der Attacke: ein Loch in der Hose, eine wie Espenlaub zitternde Gassigängerin, die am Rande eines Asthmaanfalls verzweifelt um Luft rang. Der Besitzer des Schäferhundes meinte dann noch, ich dürfte nicht frei laufen, was ihm den knappen Kommentar einbrachte, dass ich niemanden anfallen würde, sein Hund aber auf Menschen losgeht.
Zurück in meiner Residenz kam nach einer Weile tatsächlich der Besitzer des Schäferhundes vorbei und wollte die kaputte Hose mitnehmen. Bei der Gelegenheit erklärte er, wo unsere Fehler gewesen waren: ich hätte nicht am Holzstoß warten dürfen, sondern hätte zu meiner Begleiterin zurücklaufen müssen, dann wäre sein Schäferhund gar nicht erst losgesprintet. Außerdem hätte meine Gassigängerin ihre Arme nicht heben dürfen (die Ärmste stand da, als ob sie mit einer Waffe bedroht würde), die soll sie „beim nächsten Mal“ eng an den Körper anlegen und „Pfui“ sagen. Das würde helfen.
So lieb mir meine großen Pfoten sind, so hinderlich können sie machmal sein, beispielsweise für einen kleinen Einschaltknopf am PC. Dieser Winzling verschwindet zwischen meinen Zehen ohne eine Reaktion zu bringen und ich sitze vor einem schwarzen Monitor, bis die Sekretärin endlich wieder von einer Auszeit zurückkommt.
Die Tastatur bediene ich ja schon lange ganz alleine und problemlos mit Krallen und Ballen, deshalb habe ich die Zwischenzeit genutzt mich an anderer Stelle auszutoben. In meinem Smartphone (Mädels, für euch zur Erinnerung #2455) gibt es nun eine App zur Streckenaufzeichnung!
Von weitem war Rauch zu sehen – eher unüblich für diese Jahreszeit und einen Sonntagnachmittag. Für mich war das der Grund nicht in Richtung Lieblingscafé zu laufen, sondern genau entgegengesetzt. Und was ich da sehen musste hat mich dann auch entsetzt.
Feuer und Rauch am Sonntagnachmittag.
Hier war ich kürzlich erst bei einer Erkundungstour in meiner neuen Heimat. So ein schöner kleiner Weiher, idyllisch gelegen und mit Sandstein eingefasst, war einfach nicht mehr da. Der Sandstein links vor dem Baumstamm ist ein Gedenkstein an einen Fischer.
Statt der Bäume, die maßgeblich zur Idylle beigetragen haben, gibt es nur noch zersägte Stämme, Äste und Reisig. Alle sind traurig, dass die Bahn darauf bestanden hat hier abzuholzen. Vermutlich müssen noch viel mehr Bäume und Sträucher daran glauben. Wie schade!
Wenn ich es recht bedenke, mich in Glastüren und Pfützen betrachte, dann bin ich überzeugt, dass ich es schaffe Weltmeister zu werden. Welche Disziplin soll ich mir bloß aussuchen? In Sachen Gehorsamkeit macht mir keiner etwas vor, so dass Sitz, Platz und Bleiben zu meinen leichtesten Übungen zählt. Für mich muss es unbedingt schwieriger sein, am liebsten so, dass mir kein Mitbewerber den ersten Platz streitig machen kann.
Am besten beantrage ich die Zulassung einer neuen Aufgabe, die aus lautlosem Schnarchen in Verbindung mit mehrstündigem, bewegungslosem Tiefschlaf besteht. Noch schwieriger wäre allerdings die Kombination aus intensiver Hypnose einer Kühlschranktüre bei gleichzeitig telepatischer Übertragung des Servierimpulses an einen Zweibeiner, der den Befehl unverzüglich ausführt. Das gefällt mir! Wenn ich sofort mit dem Training beginne, bin ich am 19. Juli garantiert der Champion!
Aber wenn ich es mir recht überlege, bin ich doch ein echter Kavalier und überlasse Yvi den Sieg – versprochen!
Die 50 besten Obedience-Teams Deutschlands kommen zum Gemündener Schäferhundeverein, der die diesjährige VDH Deutsche Meisterschaft und FC Qualifikation zur Weltmeisterschaft auf dem Gelände des ESV ausrichtet.
Aus der Wärme des nächtlichen Bettes gerissen, stand Yvi in ihrem Wintermantel vor mir – zitternd! Wenn ich mich nur getraut hätte zu fragen, ob sie vor Kälte zitterte, oder vielleicht vor Freude und Aufregung. Begeistert über meine Begleitung folgte sie mir in den Wald und ich glaube fast, sie würde mir überall hin folgen um in meiner Nähe zu sein. Ich hoffe es zumindest!
Sobald sie sich zu weit von mir wegbewegte, rief ich sie zurück in meinen direkten Schutz. Denn so lange der Nebel noch undurchdringlich schien, wäre sie den dreisten Nebelgeistern wehrlos ausgeliefert gewesen, vielleicht sogar in den milchigen Schwaden spurlos verschwunden. Aber dicht an meiner Seite kann ihr nichts passieren und das habe ich ihr fest versprochen.
Yvi! Geh nicht so weit weg, das ist viel zu gefährlich!Hier an meiner Seite kann dir nichts passieren!
Bei aller Liebe und Schönrederei: Anabolika habe ich definitiv nicht nötig, außerdem vertrage ich diese Drogen nicht. Aus der angeblichen Appetitsteigerung wurde eine Hungerkur, denn ich mag nicht einmal die leckerste Lammlunge, deren Duft mir über die weiten Flure meiner Seniorenresidenz hinweg in die Nase steigt.
Ich bleibe besser bei altbewährten Mitteln um mich fit zu halten, achte auf gesunde (!) Ernährung und hoffe, dass ich wenigstens morgen wieder so weit hergestellt bin, damit mich der arme Balou nicht noch weiter vertreten muss. Ich will doch meine Nase lieber ins Büro stecken, als der Länge nach flach zu liegen mit bedenklichen Darmgeräuschen.
Hoffentlich schmeckt mir wenigstens morgen wieder, was die Köchin im Club serviert.
Balou ist der perfekte Kollege und immer zuverlässig bei der Arbeit.
Da alles was ich hier berichte unter uns bleibt, lüfte ich mein neuestes Geheimnis – schließlich sind es gute Nachrichten: Motivationssteigerung durch Anabolika, dem TA sei Dank! Denn bei so vielen Terminen im Escortservice würde meine Gesundheit möglicherweise auf der Strecke bleiben. Wie wahr, wie wahr! Als mögliche Nebenwirkung könnte meine Beliebtheit noch weiter steigen, doch das nehme ich liebend gerne in Kauf.
Als Ausgleich zu meiner anstrengenden Beschäftigung soll ich regelmäßig schwimmen gehen und freue mich deshalb schon auf Sommer, Sonne und Badestrand. Von der ärztlichen Beratung habe ich sofort meiner Favoritin erzählt, die mich bereits neugierig erwartet hat.
Yvi hätte mich am liebsten sofort gebucht, aber die Ärmste musste zum Obedience-Training.
Dem Altersunterschied zu Yvi und allen anderen weiblichen Wesen samt ihrer Ansprüche an einen leistungsfähigen Partner sehe ich jetzt absolut gelassen entgegen!
Mein Escortservice trifft den Nerv der Zeit, ich bin gefragt wie nie zuvor! Mich erreichen Anfragen rund um den Globus – kein Wunder, schließlich spreche ich aus meiner Jugend noch die Weltsprache Spanisch. Ich kann mir durchaus vorstellen in die Karibik zu jetten, nach Asien sowieso, gebe aber vorläufig den Anfragen aus der näheren Umgebung den Vorzug.
Nehmen wir beispielsweise Frieda: Von ihr habe ich die erste schriftliche Anfrage erhalten – gleich mit Bild – und ich bin bin entzückt von so viel Liebreiz. Ihr werde ich den nächstmöglichen Termin einräumen! Weil sie so schnell auf meine Veröffentlichung reagiert hat, bekommt sie ein kostenloses Schnupper-Abo von unbegrenzter Dauer.
Gibt es Liebe auf den ersten Blick?
Liebe Frieda, ich erwarte Dich sehnsüchtig.
Wie neckisch! Komm lass uns um die Häuser ziehn!
Du bereicherst mein Leben ungemein. Lass uns auf ewig gute Freunde sein.
Seite an Seite wollen wir gehen, immer der Sonne entgegen sehen.
Doch wenn der Mond am Himmel steht, zeig ich Dir was dann noch geht.
Umira war meine erste zahlende Kundin, die mich gleich für heute Nachmittag gebucht hat. Angenehm überrascht, wie gut mein Geschäftsmodell angenommen wird, sagte ich sofort zu. Für alle Querleser, Späteinsteiger und potentielle Klientinnen hier noch einmal meine Rufnummer.
Vorkasse zu verlangen ist in meinem Geschäft besonders wichtig, denn die Qualität der Entenstreifen ist entscheidend für meinen lustvollen und vor allem körperlichen Einsatz. Der ersten Zahlung, die übrigens vorzüglich schmeckte, folgten noch etliche weitere, weil ich in diesem besonderen Fall entschieden habe, die Taktung auf 10 Minuten zu verkürzen. Vertragdetails erarbeite ich in den nächsten Tagen mit der Buchhalterin und der Chefin meiner Residenz.
Vorkasse, sonst komme ich nicht mit!
Nicht dass jemand denkt, ich wäre zu alten für den Job, oder Umira zu jung für mich. Nein, es war extrem anstrengend die Verteidigung der Doberdame durchzuhalten. Schließlich lauern hinter fast jedem Grashalm die schlimmsten Geruchsattacken! Als sich dann auch noch Thomi, Herrscher des Friedhofsterritoriums, dick aufgeplustert in den Weg stellte, konnte ich zeigen, dass ich jeden einzelnen Entenstreifen wert bin!
Fürchte Dich nicht – ich bin bei Dir und beschütze Dich!
Zum Glück endete mein Arbeitseinsatz in der Nähe meines Stammcafés und ich konnte mich dort ausführlich verwöhnen lassen, bevor ich den weiten Weg zurück zur Residenz antreten musste. Zum Glück alleine, denn noch eine Hundedame hätte ich womöglich nicht beglücken – pardon – betreuen können.
Café Gute Laune: die pure Wohltat nach einem anstrengenden Arbeitstag!
Mit mir als Elite Escort wird der Begleitservice am Waldrand extra klasse. Meine Favoritin Yvi genießt diesen Luxus selbstverständlich kostenlos. Bei anderen Hundedamen wende ich Staffelpreise an: ob halbstündige Bespaßung, einstündiges Schmusen, oder mehrstündiges Abenteuer – jeder Wunsch wird berücksichtigt.
Meine Favoritin Yvi eskortiere ich wohin sie will.
Die Buchhalterin in meiner Residenz bereitet ein Abrechnungstabelle vor, wobei es hauptsächlich um die Anzahl der Entenstreifen und Hühnerbruststücke geht, die jeweils an mich zu entrichten sind. Ihr Vorschlag, eine verbilligte Zehnerkarte einzuführen, gefiel mir überhaupt nicht. Um so öfter meine Dienste gefragt werden, also um so großer die Nachfrage ist, desto teurer verkaufe ich mich. Logisch!
Solche Spaziergänge sind der pure Genuss für jede Hundedame.
Fit für den Frühling und für alle meine Frauen, so lautet das neue Verpflegungskonzept meiner Lieblingsköchin hier im Club 53. Sie beginnt morgens damit, mich mit saftigen Fleischklößchen zu verwöhnen. Eines davon schwimmt in einer undefinierbaren Soße auf die ich verzichten könnte, aber was soll’s, die esse ich einfach mit. Genauso wie die Füllung, denn die könnte durchaus etwas weicher sein.
Einfach köstlich!
Das leichte zweite Frühstück besteht aus einem Joghurt mit kleinen Kräckern und Fleischstückchen, abgewürzt mit dem unendlich bitteren Pulver aus Bierhefe, nach dem ich mir die Lippen noch stundenlang lecken könnte. Paradiesisch, aber noch nicht perfekt. Ich würde mich am liebsten noch besser verwöhnen lassen – wenn ich nur wüsste wie.
Nein, ich teile mit niemandem!
Aber so habe ich mir das Mittagessen nicht vorgestellt: Ente auf Kartoffel will ich mit niemandem teilen, nicht mal mit der hübschen Wilden!
Die Dosis macht das Gift, das wusste schon Paracelsus. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass er mit dem gleichen Problem gekämpft hat, vor dem ich nun stehe: Wie verwalte ich die vielen Frauen in meinem kleinen Harem, damit ich (jawohl ICH) eine möglichst gleichmäßige Bespaßung erfahre? Zuerst habe ich einen »Meeting Planner« in Erwägung gezogen, vielleicht auch MySQL für eine dynamische Datenbank, doch dann schien mir der Schritt zu einer Excel-Liste naheliegender.
Gestern habe ich begonnen, alle Hundedamen mit Kontaktdaten einzutragen, muss aber an der Tastatur eingeschlafen sein. Vermutlich kam ich der Delete-Taste zu nahe, so dass ich unverzüglich nochmals mit der Eingabe beginnen muss – aber schnell, denn im Büro steht die nächste Konferenz auf dem Plan.
Hoffentlich hat Kaya nich gesehen, woran ich arbeite!
Wenn meine Tabelle fertig ist, darf die Sekretärin wieder an ihren Rechner. Doch bis dahin hat sie Pause und kann endlich etwas sinnvolles tun!
Erwartungsgemäß hat sich die Bettgeschichte mit Yvi wie ein Lauffeuer verbreitet. Ich weiß zwar, dass mir weit und breit kein anderer Rüde das Wasser reichen kann, aber trotzdem habe ich dem heutigen Nachmittag mit einiger Spannung entgegen gesehen.
Umira war die erste, die sich mit mir telefonisch zu einem Date verabredete. Endlich – es wurde ja auch Zeit!
Ist sie nicht apart in ihrer lebhaft wendigen Art? Entgegen ihrer sonstigen Abneigung fremden Männern gegenüber, brachte sie mir sofort vollstes Vertrauen entgegen. Ich hatte also mehr oder weniger leichtes Spiel mit ihr.
Unter ihrer sportlichen Kleidung verbirgt Umira einen durchtrainierten Körper.
Doch plötzlich, wie aus dem Nichts, stand Lotta vor mir. Diese Eleganz, mit der sie ihre Krone trägt, machte mich beinahe sprachlos. Es dauerte tatsächlich einen Moment, bis ich mich an meine Rolle als Womanizer erinnerte und beiden Damen mehr oder weniger gleichzeitig als Beschützer und Begleiter zur Seite stand.
Es ist wie im Paradies! Ich bin von lauter Jungfrauen umgeben, die mich umschwärmen, die mit mir flirten und mir vielversprechende Avancen machen. Männliche Konkurrenz muss ich nicht fürchten, schließlich bin ich ausgesprochen attraktiv. Mein einziges Problem war bisher nur, die richtige Entscheidung zu treffen zwischen Mira, Frida, Fiene, Kaya, Umira und Yvi.
Es ist doch verständlich, dass ich bei so vielen Angeboten tatsächlich einmal schwach werden musste. Der Verlockung, auf einen Absacker mitzukommen und bei der Gelegenheit das neue Bett anzuschauen, konnte ich einfach nicht widerstehen! Wenngleich ich gestehen muss, dass Yvi kaum Überredungskünste aufbringen musste.
Maßanfertigung vom örtlichen Schreiner: Boxspringsbett für Boxer.
So lange uns Nachbarn beobachten konnten, verhielten wir uns noch zurückhaltend. Doch hinter verschlossenen Türen, das Bett schon im Blick, gab es kein Halten mehr. Allerdings gibt es keine weiteren Fotos mehr, denn die fielen der Zensur zum Opfer.