Formel-1-Training

Mein großes Ziel ist der Nürburgring, denn der diesjährige Grand Prix von Deutschland kann unmöglich ohne mich stattfinden. Deshalb übe ich täglich 5 Minuten Autofahren und zähle bereits als fortgeschrittener Fahrschüler! Wenn der Motor läuft, zittere ich längst nicht mehr vor Angst, und bei hohen Geschwindigkeiten zwischen 20 und 30 km/h genieße ich Entenstreifen-Geschnetzeltes.

Das Beste am Fahren ist der Proviant, so viel steht fest!

Ehrlich gesagt kann ich es kaum erwarten, bis der Chauffeur meiner Residenz endlich einmal noch schneller fährt. Ich will doch wissen, was es zwischen 40 und 50 km/h zu naschen gibt! Lammlungenwürfel?

Freitagskälte

Soll ich auf den Wetterbericht vertrauen, oder nicht? Steht wirklich eine Kältewelle bevor? Egal – ich habe bereits einen Plan, denn ich will mich nicht von weiteren Minusgraden überraschen lassen.

Mein neues reaktionsfähiges Plüschfell soll über eine schrittweise Addition von Wärmemolekülen an Unterwolle und obere bis tiefere Hautschichten die komplette Ladung von Wärmestrahlen übertragen. Für den zuverlässigen Transport direkt in meine diversen Knochenspeicher könnten Monomere mit elektronenanziehenden Gruppen hilfreich sein.

Mein Opfer für die Wissenschaft.

Doch bevor ich diese bahnbrechende Erfindung patentieren lasse, starte ich Selbstversuch Nummer 3-2-8. Die besondere Schwierigkeit bei diesem Prozedere ist die absolute Reglosigkeit, in der ich zum Wärmetanken vor dem Heizkörper verharren muss: die polymere Reaktionskette darf nicht unterbrochen werden!

Haute Couture

Als herausragende Persönlichkeit im Blitzlichtgewitter der internationalen Presse unterstreicht angepasstes Outfit – analog der roten Teppiche – meine wichtige Rolle. Beim Label für das neue Tuch war ich extrem wählerisch, schwankte zwischen Chanel und Lagerfeld, entschied mich aber für einen neuen Stern am Modehimmel und gab •N•J• den Vorzug.

Meine Verehrerinnen werden mir neidvoll zu Füßen liegen!

Das Rot korrespondiert hervorragend mit meinem schwarz-braunen Fell, das bei intensiver Sonneneinstrahlung, erst recht natürlich im Rampenlicht, mit einem rötlichen Schimmer leuchtet. Ich bin entzückt!

BND-Agent 998

Niemals hätte ich geglaubt, dass ich einmal so wichtig werden könnte: der Bundesnachrichtendienst ist auf mich aufmerksam geworden! Ich sei ein idealer Mitarbeiter (weil auf dem rechten Auge blind) und hätte mich bereits perfekt getarnt im Undercover-Einsatz bewährt.

Mit dem Hintergrund verschmelzen, lautlos anschleichen und blitzschnell agieren, das kann keiner besser als ich. Aber mein Blick ist durch nichts getrübt – auch nicht nach rechts, deshalb protestiere ich vehement gegen dieses Dienstfahrzeug. Keine noch so große Portion Entenstreifen bringt mich da hinein!

Inkognito

Mein Schwanz stand auf drei Uhr, doch trotz waagrechtem Regen und Sturmböen mit Windstärke 9 entschied ich mich für eine Sonnenbrille. Auf ein Basecap musste ich verzichten, das wäre gleich weggeflogen, aber allein die Brille half mir, den Heerscharen von Journalisten und anderen Interviewjägern für einen kurzen Moment zu entkommen.

Ab Morgen stelle ich mich wieder den Herausforderungen meiner neuen Berühmtheit. Heute will ich noch ein paar Mal tief durchatmen und die Ruhe vor dem Ansturm genießen.

Autogrammkarten

Lasse ich mich für meine Autogrammkarten im Profil fotografieren, oder von vorne? Welchen Hintergrund wähle ich am besten? Unterzeichne ich mit der linken, oder mit der rechten Pfote, oder doch mit beiden?

Ich bin überwältigt, so beliebt und berühmt zu sein!

Ehrlich gesagt gefalle ich mir sehr gut auf dem Foto in der Gelnhäuser Neuen Zeitung und schicke von hier aus auch ein großes Dankeschön an die Journalistin Svenja Denter.

Jetzt bin ich endlich berühmt!

So aufgeregt bin ich sonst nur, wenn ein getrockneter Rinderschlund auf mich wartet. Was steht mir als nächstes bevor? Vermutlich wird es ein Interview im Regionalfernsehen sein, anschließend kommen ARD und ZDF an die Reihe, bis ich endlich bei „Germany’s next top dog“ als strahlender Sieger erscheine.

Ein dezentes olivgrün wäre auch schön, oder besser schlammbraun?

Doch bevor ich bei GNTD auftrete, muss ich unbedingt noch zum Friseur. Soll ich diesmal auch meine Krallen lackieren lassen? Meine Managerin schlägt rot vor, doch mir gefällt blau besser, aber das muss ich erst noch mit Yvi und Umira besprechen; die haben bestimmt mehr Ahnung davon.

Spuren ins Nichts

Auf vier Pfoten vor einem Rätsel zu stehen, ist in der Tat eine wahre Herausforderung! Es gab keine Quelle, keinen See mit weißer Farbe, dennoch waren plötzlich Spuren sichtbar, die sich genauso unerklärlich ins Nichts verloren.

Weiberfasching? Hexenzauber? Dieses wundersame Phänomen lässt mir keine Ruhe, und ich werde meine ganze Energie darauf verwenden, der Sache auf den Grund zu gehen. Am besten schließe ich dazu meine Augen und konzentriere mich auf meinen Instinkt. Ab sofort bitte absolute Ruhe!

lästiges Pausenbrot

Meine feine Nase hat mich gleich hingeführt zu diesem unglaublichen Fund. Viele Kinder wären froh, wenn sie ein liebevoll geschmiertes Pausenbrot in die Schule mitbekämen. Morgens auf dem Weg zum Bus entsorgt, liegt dieses Brot am Wegesrand. Mir fehlen die Worte und ich kann nur mit dem Kopf schütteln über so viel Unverstand.

Schade um das schöne Brot!

Wiesenverbot

Jeder Münchner, jeder Oktoberfest-Fan würde laut aufschreien, wenn er ein Wiesenverbot bekäme. Ich dagegen war regelrecht glücklich, denn es bedeutete, dass ich keinen Verband mehr brauche. Meine Verletzung war wohl doch nicht so dramatisch, wie zuerst befürchtet, und die offene Stelle hat sich bereits geschlossen.

Frieda ist unermüdlich für Patienten und Besucher im Einsatz.

Frieda, die bei meinem Tierarzt wie immer am Empfang tätig war, hat mir noch „Gute Besserung“ hinterher gebellt. Sie wird mir nachsehen, dass ich vor lauter Freude nicht darauf geachtet habe und die Antwort schuldig blieb. Spazierengehen darf ich vorerst nur auf Asphalt, nicht auf weicher Erde oder auf Wiesen. Aber das ist wirklich kein Problem!

Sieben Herzdamen

Es war magisch – und wie immer war eine sieben im Spiel. Besuch aus dem Tierheim hatte sich angekündigt: meine vier lieben Freundinnen, die mich in all den langen Jahren meines Aufenthalts liebevoll betreut und ausgeführt haben. Es waren immerhin 8 Jahre, 9 Monate und 27 Tage, in denen ich tapfer auf Vermittlung gewartet habe, aber es hat sich gelohnt.

Wo ich jetzt wohne, wo ich täglich spazieren gehe und welche lieben Menschen hier auch in der Nachbarschaft wohnen, das alles wollte ich zeigen und lud natürlich auch meine Herzdame Yvi dazu ein. Also machte ich mich mit sieben Herzdamen und einem Lederschutz für meine verletzte Pfote auf den Weg ins Café-Bistro »Gute Laune«.

Yvi und ich, wir verstehen uns inzwischen so gut, dass wir gemeinsam aus einem Napf trinken. Dann durfte die Süße einen Blick in die Speisekarte werfen und war entzückt über das reichhaltige Angebot.

Endlich wieder zurück in meiner Residenz, brauchte ich dringend eine Pause. Die Schildkröte wohnt jetzt auch hier, die haben meine Gassigängerinnen als Geschenk mitgebracht.

Krallenbruch

Mitten im Wahlkampf soll ich Rot tragen, nein das geht doch nicht! Aber da war es schon zu spät – doch sollte ich besser von Anfang an erzählen. Als Sherlock Buddy bin ich berühmt dafür, dass ich meine Nase in alles stecke, besonders dann wenn, es mich nichts angeht. Das sollte aber nicht für meine Krallen gelten.

Die Verletzung ergab sich ganz in der Nähe der zweiten Tierarztpraxis hier am Ort, deshalb war ich im Nullkommanichts bestrumpft und ich bitte, keinesfalls Rückschlüsse zu ziehen auf meine politische Gesinnung. Noch bevor ich nach einer passenden Farbe für die Tierschutzpartei fragen konnte, war ich schon rot umwickelt.

Bis Montag trage ich rot, danach sorge ich für Regenbogenfarben mit bunten Tupfern!

Medienstar

Die bescheidene und von allen hoch geschätzte Lotta wurde über Nacht zum Star. Chapeau!
Im diesem Beitrag in der Regenbogenpresse, neben unwichtigen Nachrichten vom Hochadel und Stars aus dem Showbusiness macht sie die beste Figur von allen. Dem plötzlichen Medienrummel, Blitzlichtgewitter und Interviews begegnet sie sichtlich gelassen, während sie tatsächlich noch ohne Security in die Stadt geht.

Sie braucht unbedingt zuverlässigen Schutz an ihrer Seite! Dafür eignet sich der Kangal wie kein Zweiter, und ich werde Aslan, so heißt der Bodyguard, gleich morgen informieren. Ein Autogramm sollte ich mir auch gleich von Lotta geben lassen, bevor das alles nur noch über Manager und Fanclubs geht. Als nächstes rede ich ein ernstes Wort mit der Journalistin, damit uns Vierbeinern künftig viel mehr Artikel gewidmet werden.

Superschwergewicht

Mein Traum ist die oberste Gewichtsklasse als Amateur-Boxer. Profi kann ich ja keiner werden, auch nicht mit Schönheits-OP – das würde Yvi sofort merken. Also konzentriere ich mich darauf, der beste und begehrenswerteste Amateur zu werden.

Als Schwergewicht kann ich jetzt schon gelten. Mein Lieblingstierarzt hat mir alles bestätigt was ich hören wollte, mein Schmusefell gestreichelt und mich weit über den grünen Klee gelobt. Seit er mich kennt, habe ich 1400 Gramm zugenommen, das sind durchschnittlich 16,47 Gramm pro Tag.

Mein Tierarzt ist ausgesprochen sympathisch!

Jetzt heißt es aber aufpassen, denn wenn ich so weiter mache, werde ich einem Braunbär nicht nur immer ähnlicher, sondern wiege bald auch so viel. Ab morgen zähle ich Kalorien. Ganz bestimmt!

Versöhnungsfeier

Meine Favoritin hat mir verziehen! Unsere Beziehungskrise haben Yvi und ich endgültig beigelegt, aber – nur mal ganz unter uns – das war nicht billig. Doch was tut man(n) nicht alles für seine Angebetete, nur damit die Harmonie wieder hergestellt wird. Ich kann mich glücklich schätzen, dass mir der Weg in die Parfümerie und zum Juwelier erspart blieb.

Allerdings musste ich auf zwei Hundespaghetti verzichten und, was deutlich schwerer wiegt, auf einen großen Knochen mit Pansen. Egal, Hauptsache sie liebt mich wieder und kommt mit zu mir nach Hause! Einfach nur schön, aber mehr erzähle ich nicht, denn ein Kavalier genießt und schweigt.

Schokoladenspürhund

Der Countdown läuft und pünktlich zum Valentinstag wird meine Lieblingssekretärin hier in der Residenz eine Ganztagsstelle antreten. Die Ärmste weiß noch nicht, dass sie sich auf einen 24-Stunden-Job einlässt und ausschließlich mit dem Schreiben meiner Memoiren betraut sein wird. Dabei ist sie doch diejenige, die meine Geschichte am besten kennt.

Chico, als Wachhund in einem Schmuckgeschäft angestellt, hat eine hervorragende Spürnase.

Im externen Büro gibt es noch einige letzte Arbeiten zu erledigen, bei denen sich Chico heute bei seinem kurzen Besuch als besonders hilfreich erwies. In seinem Fach ist er absolut der Beste, denn keiner kann Schokolade schneller erschnüffeln als er. Der Rollcontainer musste weichen, die verlorene Schokonuss wurde geborgen, und der Held des Tage bekam ein Hundespaghetti zur Belohnung.

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