Nicht dass ich von meiner eigenen Bedeutsamkeit durchdrungen wäre, nein, so vermessen bin ich nun doch nicht. Ich wurde vermessen, also richtig ausgemessen. Meine Schulterhöhe beträgt 65 Zentimeter, aber interessant wird es erst bei meiner Länge. Die beträgt immerhin 140 Zentimeter im gestreckten Sprint und natürlich morgens bei meiner letzten Entspannungsübung, kurz bevor ich aufstehe.„Vermessen“ weiterlesen
Autor-Archive:Pastor Mallorquin
Sprinter 4×4
Überlegenheit in anspruchsvollem Gelände – so wirbt ein namhafter Konzern für etwas, worüber ich nur lächeln kann. Deren Sprinter wird gelobt als perfekter Begleiter für abenteuerlustige Individualisten, unterwegs in Naturlandschaften. Wenn ich genau darüber nachdenke, machen die doch tatsächlich Werbung für mich. Perfekte Traktion, Sicherheit und Souveränität sind mir angeboren. Werbung brauche ich allerdings keine„Sprinter 4×4“ weiterlesen
Hygienekonzept
Wieso muss man ausdrücklich auf Selbstverständliches hinweisen? Händewaschen scheint tatsächlich nicht so hoch im Kurs zu stehen, wie ich mir habe sagen lassen. Besonders in öffentlichen Toiletten sei oft zu beobachten, dass manche Besucher einen Bogen um die Waschbecken machen, andere wiederum schnell daran vorbeilaufen würden. Ob sich dies nun tatsächlich ändert, nur weil seit„Hygienekonzept“ weiterlesen
Tür zu!
Viele meiner Artgenossen beherrschen die eine oder andere Art, um Türen zu öffnen. Sehr zum Leidwesen ihrer zweibeinigen Mitbewohner! Hauptsächlich wird bemängelt, dass es dann zieht und kalt wird (schließlich ist nicht immer Sommer) und sich irgend jemand bequemen muss aufzustehen und die Tür hinter ihnen zuzumachen. Nur nicht bei mir, denn ich bin die„Tür zu!“ weiterlesen
Doorman
Als Pförtner erfülle ich ganz besondere repräsentative Funktionen, obwohl ich – als wichtigste Aufgabe – bereits im Eingangsbereich abschrecken soll. Wenn es bloß nicht so langweilig wäre, immer nur die gleichen Verdächtigen zu begrüßen, die hier an meiner Seniorenresidenz, dem Club 53, vorbeikommen. Yvi sehe ich einmal am Tag, Umira vielleicht einmal pro Woche, gelegentlich„Doorman“ weiterlesen
Samstagsdienst
Wenn ich nicht auf alles aufpasse, dann wird das nichts. Nehmen wir beispielsweise das Krümelmonster: auf Schritt und Tritt muss ich ihm folgen, damit es sich bequemt mal hier und da seinen Rüssel auszustrecken. Dabei tut es nur so, als ob es wunder wie fleißig wäre. Doch lautes Getöse lässt keinen Rückschluss auf den Arbeitseifer„Samstagsdienst“ weiterlesen
Gangster vom Galgenfeld
Zusammen mit der schwarzen Kessy und dem gefleckten Bobby bildeten wir den harten Kern der Gangster vom Galgenfeld. Dabei waren wir gar keine echten Kriminellen, denn dieser wundervoll gefährliche Banden-Name leitet sich von der Adresse des Tierheims ab. Wir gehörten zu den Freigängern, die das Tierheim nachts bewacht haben. Kessy war beschlagnahmt worden – eine„Gangster vom Galgenfeld“ weiterlesen
Bärenfang
Endlich Action! Seit Bruno Braunbär erschossen wurde, glaubte ich, dass Bayern für Bären tabu geworden wäre. Um so mehr freute ich mich, als es hieß „wir gehen zu den Bären“. Hätte ich geahnt, welch große Enttäuschung mich erwartet, wäre ich meinem Steppengras im schattigen Residenzbüro treu geblieben. Beeren haben wahrlich nichts aufregendes an sich, der„Bärenfang“ weiterlesen
Taxi-Notruf
Während ich meinen nachmittäglichen Verdauungsspaziergang absolvierte, stand mein Freund Aslan, der Security-Kangal, am Supermarkt und wurde nicht abgeholt. Der Ärmste wäre ja zwei Ortschaften weiter nach Hause gelaufen, wenn da nicht die vielen schweren Einkäufe gewesen wären. Kein Problem, ich habe ihm sofort Hilfe geschickt. Dann hat er mit seiner gigantischen Größe so gerade eben„Taxi-Notruf“ weiterlesen
2 – 2 – 2
Wie die Zeit vergeht! Nun residiere ich tatsächlich schon 222 Tage im Club 53, diesem „etwas anderen“ Seniorenheim. Es hätte schlimmer sein können, oder anders formuliert: nicht schlecht für bajuwarische Verhältnisse. Die ärztliche Versorgung ist bestens, die Verpflegung ist ganz ordentlich, Durst muss ich auch nicht leiden. Im Winter habe ich es warm, im Sommer„2 – 2 – 2“ weiterlesen
Jagdrevier
Es gibt keine Schonzeit und schon gar nicht dort, wo ich auf die Pirsch gehe! Meiner guten Nase entgeht nichts, deshalb spüre ich jeden Wildwechsel auf. Am liebsten folge ich jedoch dem Beutetier, dessen Bauchtasche zweifelsfrei nach Entenstreifen riecht. Dieses Revier ist ein absoluter Geheimtipp! Hier begegnet mir niemand, mit dem ich teilen müsste –„Jagdrevier“ weiterlesen
Waldstraßenbau
Federführend mit Planung und Aufsicht vertraut, musste ich heute schon in aller Herrgottsfrühe zur Stelle sein, als unsere neu angelegte Kaiser-Nero-Allee abgezogen wurde. Schweres Gerät mit Räumschild hatte die Forstverwaltung geschickt, und der Mitarbeiter verdient volles Lob für seine gute Arbeit. Unsere Wünsche gingen fast alle in Erfüllung. Jetzt fehlen nur noch die Mautstellen, an„Waldstraßenbau“ weiterlesen
Erdbeerwahrheit
Ein so unvergleichlich vollmundiges Aroma, das alle Sinne anspricht und Sommer verkündet, das bieten nur die köstlichen Walderdbeeren. Der Pflanze gelingt dies jedoch nicht ohne Hilfe. Und jetzt sind wir bei der »Bayrischen Verordnung für vierbeinige Waldspaziergänger« angelangt, die uns alle in die Pflicht nimmt. Wir müssen gießen und düngen was uns Hang aufwärts und„Erdbeerwahrheit“ weiterlesen
Pudelwohl
Ich schwöre, mir ging es nur um das Pudelwohl, also um Lottas Wohl, auch wenn ich sichtlich von ihrem Besuch profitieren durfte. Es war mir ein Vergnügen, ihr mein Jagdrevier zu zeigen und ich bin sicher, dass es ihr ebenso gefallen hat. Von einer Gefährtin, mit der ich tagein, tagaus durch Wiesen und Wälder streifen„Pudelwohl“ weiterlesen
Fanpost
Meine Wege sind mit Fanpost regelrecht gepflastert, deshalb lese ich die Markierungen so gerne. Meistens handelt es sich um die Bewunderung durch andere Rüden, oft um Schwärmereien benachbarter Damen, manchmal sogar mehr. In einer sehr ausführlichen Botschaft musste ich nun lesen, dass mein pinkfarbener Krallenschuh keine Zustimmung fand. Die Modefarbe »Flame Scarlet« wäre zwar absolut„Fanpost“ weiterlesen