Regentanz

Für mich war absolut nicht nachvollziehbar, was die paar Tropfen Regen plötzlich bewirkten. Alle Fenster, alle Türen meiner Residenz wurden bis zum Anschlag aufgerissen, während ich wie ein Fels in der Brandung versuchte, Ruhe in das Durcheinander zu bringen.

Weit gefehlt. Umbaumaßnahmen folgten, der Speisesaal wurde nach draußen verlegt, so weit entfernt, dass ich nicht einmal mehr das Besteck klappern hörte. Niemand achtete auf meine kritischen Blicke, genau genommen achtete niemand mehr auf mich. Da saß ich nun wie bestellt und nicht abgeholt, durfte den Regen beobachten, aber sonst tat sich nichts. Absolut rein gar nichts, abgesehen davon, dass sich der Regen erdreistete zu allen offenen Türen hereinzuregnen.

Da ich keinen Auftrag hatte, ja nicht einmal verpflichtet gewesen wäre als bayerischer Hauslöwe im Eingang zu sitzen, machte ich diesmal keine Tür zu. Ich saß da einfach so lange, ohne mich von der Stelle zu bewegen, bis der Tanz losging. Schrubber wurden im Takt mit Putzlappen geschwungen, wechselten sich mit dem Wischmopp ab und ich hatte den besten Platz, mich daran zu erfreuen!

Jetzt hätte ich das mit dem Kontakt-Tagebuch beinahe schon wieder vergessen. Yvi kam auf ihrem Rückweg vom Gassi ganz gemütlich zu mir rein, obwohl ihre Assistentin rannte, als ob sie verfolgt würde. Vermutlich war das so und sie wollte von niemandem gesehen werden, denn sie schien gerade in Kleidung geduscht zu haben.

Veröffentlicht von Pastor Mallorquin

Ich bin ein Pastor Mallorquin und ich bin weder süß, noch niedlich oder knuffig - ich bin einfach richtig!

Ein Kommentar zu “Regentanz

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