Ein Sonntagmorgen kann ganz schön arbeitsintensiv sein: Körner für die Vögel auffüllen, nachdem sie von der Treppe gekehrt werden mussten, weil ich das Hausmädchen geschubst habe. Garten kontrollieren, gefrorene Grashalme beschnüffeln und mit der Gassigängerin ausgiebig am Saaleufer entlang spazieren gehen.
Welch freudige Überraschung, auf der anderen Seite des Flusses Yvi zu entdecken. Obwohl sie heute so dunkel wirkte, erkannte ich sie an ihrem hübschen Gesicht und der eleganten Art, wie sie einen großen Stock zwischen ihren winzigen Zähnen balancierte.

Yvi trägt die aktuelle Wintermode für Boxer, weil sie ohne Mäntelchen frieren könnte. Sie hatte es vom Flussufer aus nicht mehr weit bis zu ihrem Taxi, das dort für die Heimfahrt bereitstand. Ob ich mitfahren wollte, fragte mich die Süße. Oh ja!
Wie mache ich das nun? Angst gegen Stolz abwägen, mich nicht vor Yvi blamieren und ganz cool einsteigen? Bevor ich über eine logische Machbarkeitsstudie nachdenken konnte, hat mir Yvis Assistentin beim Einsteigen geholfen und ich saß wie selbstverständlich auf der Beifahrerseite im Wagen.

Was für ein Erlebnis! Mit allem hätte ich gerechnet, aber nicht damit. Autofahren mit Yvi könnte zu meiner neuen Lieblingsbeschäftigung werden. Natürlich habe ich mir (fast) nichts anmerken lassen, denn mein leichtes Zittern war kaum zu spüren. Aber das war auch keine Angst vor dem Auto, sondern nur die unterdrückte Erregung wegen diesem wundervollen Erlebnis!