Nein – die Nachbarn haben keinen Hund! Womöglich auch noch einen, der genauso aussieht wie ich? „Hallo juhu, ich bin’s, schau mal!“ Die Freude war leider nur auf meiner Seite, während ich auf der anderen Seite war, also hinter dem Zaun, beziehungsweise davor.
Wofür gibt es einen lebenden Zaun? Doch bestimmt nur, um lebenden Hunden das Leben an ihren lebendigen Schleppleinen zu erleichtern. Oder ist das nur eine Frage der Betrachtung?

Dann musste ich auch noch kurz vor Mitternacht eine Gassigängerin begleiten, weil sie allen Ernstes alleine um die Häuser ziehen wollte. Das konnte ich nicht zulassen! Als ob das nicht das Schlimmste gewesen wäre, ist noch genau das eingetreten, wovor ich immer schon gewarnt habe: eine Begegnung der dritten Art.
Genau in Augenhöhe kam es auf mich zu, unregelmäßig blinkend, durch die Atmosphäre mäandernd, während es zugleich auf der Stelle zu schweben schien. Ich blieb sofort stehen, stellte mich schützend vor das zitternde Wesen an meiner Leine und knurrte im tiefsten Bariton. Mit recht, denn wie konnte sich Abby nur derart herausputzen!
Schade eigentlich, keine Abgesandte aus fernen Labrador-Galaxien. Mit Blinkerhalsband nachts in die Disco, sich aber tagsüber in schüchterner Zurückhaltung üben. Erstens ist dieses 80er-Jahre-Outfit längst passé, zweitens haben Discos immer noch geschlossen!