Auf der Zielgeraden konnte sie nicht mehr abkürzen, deshalb habe ich ihr geholfen. Kräftiges Anfeuern half! Sieglinde S., die ich nach langem Suchen endlich wieder einmal traf, steuerte beharrlich auf die beiden Zielpfosten zu, die ich ihr gerne – wenn auch nur vorübergehend – zur Verfügung gestellt habe.
Schon Konfuzius sagte, dass es ist nicht von Bedeutung ist, wie langsam du gehst, solange du nicht stehenbleibst.
Sieglinde und ich werden uns bestimmt gelegentlich begegnen, aber nie gemeinsam unterwegs sein können, denn sie legt phantastische drei Meter pro Stunde zurück. Obwohl sie schon ganz außer Atem war, erklärte sie mir, dass der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, immer noch schneller unterwegs ist als der, der ohne Ziel herumirrt. Doch da habe ich ihr leises Stimmchen kaum noch verstanden, weil ich schnellen Schrittes meinem Frühstück entgegeneilte.

