Schlafentzug

Vier Mahlzeiten täglich, kleine Häppchen zwischendurch, Streicheleinheiten und Massagen soviel mein Hundeherz begehrt – mit allem wovon ich schon immer geträumt habe, werde ich in meiner Seniorenresidenz Tag für Tag verwöhnt. Das ganze Internet hätte nicht genug Platz, aufzuzählen was ich genießen darf.

Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten! Mit einem tiefen Seufzer gestehe ich mein Leid, das mich an Sonntagen ganz besonders quält. Jeder freut sich, nach einer harten Arbeitswoche endlich einmal auszuschlafen. Bei den vielen Trainingseinheiten, die ich absolviere, habe ich mir das erst recht verdient.

Unerbittlich und rücksichtslos reißt mich die Animateurin aus meinen süßen Träumen, weil sie auch an Sonntagen in aller Herrgottsfrühe einen Beschützer an ihrer Seite sehen will, wenn sie schon vor dem Frühstück zum ersten Mal laufen geht. Natürlich kann ich ihr diesen Wunsch nicht abschlagen. Wie ich den Schlafentzug am besten ausgleiche, weiß ich noch nicht. Wegen meiner aristokratischen Nase konnte ich noch keine passende Augenmaske finden. Deshalb versuche ich vorerst im Schutz meines Halstuchs ausreichend Dunkelheit, Ruhe und Erholung zu finden.

Morgen laminiere ich ein Schild „Bitte nicht stören“.

Veröffentlicht von Pastor Mallorquin

Ich bin ein Pastor Mallorquin und ich bin weder süß, noch niedlich oder knuffig - ich bin einfach richtig!

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