Badehaus

Aufregung ist mir gänzlich fremd, das behaupte ich jetzt einfach mal, weil mir niemand so schnell das Gegenteil beweisen kann. Also werde ich tapfer bleiben, auch wenn mir die Knie noch so schlottern und ich mich fühle wie ein Schaf, das auf die Schlachtbank geführt wird.

Ich soll mich baden lassen!

Schuld daran sind wieder einmal nur Frauen – für wen würde man(n) sonst solche Tortouren auf sich nehmen! Von Lotta, der attraktiven Großpudeldame geht die Inspiration aus. Mein Harem in der Residenz, angefangen beim Zimmermädchen, über Köchin und Animateurin bis zur Direktorin ist vollauf begeistert von der Idee.

Die alte, längst verfilzte Unterwolle soll ausgewaschen werden. Damit wäre ich ja gerade noch einverstanden, vielleicht auch mit dem anschließenden Warmluftgebläse, aber wehe, mir wird der Bart gestutzt oder das Haar aus den Ohren gezupft. Da bewundere ich Lotta, die den Scherkopf mit stoischer Gelassenheit an ihren zarten Lefzen spürt, ohne auch nur mit einer Wimper zu zucken.

So tapfer kann nur Lotta sein!

Tatsächlich stimme ich der Prozedur nur aus einem einzigen Grund zu: ich erwarte Besuch von meinen ehemaligen Gassigängerinen aus dem Gelnhausener Tierheim. Für die lieben Mädels würde ich – wenn es ihnen gefiele – sogar Kouros von Yves Saint Laurent auflegen.

Veröffentlicht von Pastor Mallorquin

Ich bin ein Pastor Mallorquin und ich bin weder süß, noch niedlich oder knuffig - ich bin einfach richtig!

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